Lexikon der Heilung und Magie

Ein Schamane ist ein Mensch, der im Mittelpunkt des religiösen und kulturellen Phänomens des Schamanismus steht. Als Medizinmann oder Zauberer nimmt er in Trance-Reisen Kontakt mit der Welt der Geister auf, um Krankheiten zu heilen oder Seelen Verstorbener ins Jenseits zu begleiten. Das Wort Schamane stammt nach der Meinung der meisten Forscher aus dem Sanskrit, genauer gesagt dem tungusischen šaman (ša=wissen, šaman=der Wissende).

Die Berufung der Schamanen ist selten freiwillig. Die Weitergabe des Wissens geschieht entweder über direkte Vererbung an blutsverwandte Nachkommen oder indem sich der (Ahnen-) Geist sein neues Medium selbst aussucht, was dem alten Schamanen durch Omen mitgeteilt wird. Beide Berufungsformen bestehen in schamanischen Kulturen oft nebeneinander. Oft sträubt sich der Geist des erkorenen Mediums eine Zeit lang gegen den besitzergreifenden Geist. Ein Initiationsritual wird meist als Vorerleben des eigenen Todes samt Auflösung des Körpers gestaltet. Der Schamane muss für das „normale” alte Leben abgestorben sein, um scheinbar zwischen dem Jenseits und dem Diesseits wandeln zu können.

Der Begriff Schamane – in der heutigen kulturübergreifenden (emischen) Bedeutung des Terminus – meint einen in selbstinduzierten besonderen Bewusstseinszuständen (Ausseralltagsbewusstsein) wirkenden Helfer der Menschen seiner Gruppe in vielen Nöten ihres Lebens. Der Schamane ist Mittler zwischen der gruppengemeinsamen Alltagsrealität, der Diesseitswelt, und der transintelligiblen Anderwelt. Nicht jede Art Heiler ist ein Schamane. Schamanisches Wirken ist nicht auf das Heilen einzuengen.

Quelle: www.schamanismus-information.de